Oberstufe (BK)

iPads 1:1 im BK-Neigungskurs 2014-16

Im Neigungskurs BK fand über die komplette Oberstufenzeit ein 1:1 – Tabletprojekt statt. Durch meine Tätigkeit am Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis hatte ich die Möglichkeit, dem Kurs iPads zur Verfügung zu stellen, welche die fünf Schülerinnen und ein Schüler auch mit nach Hause nehmen durften – es waren ihre.

Schon vor Beginn der Neigungskurszeit konnten sie sich auf einer Kunstexkursion nach Zürich mit den Geräten vertraut machen:

Dennoch war die Einstellung des Kurses gegenüber der Nutzung am Schuljahresanfang gemischt – fast alle waren mit dem Gerät zuvor nicht weiter in Berührung gekommen. Das bedeutete für die Schülerinnen und Schüler, dass sie sich nicht nur auf herkömmliche Art kunstgeschichtliche Inhalte erarbeiten oder fachpraktische Aufgaben erledigen mussten, sondern auch lernten, komplexere Apps zu bedienen und die Struktur hinsichtlich der Verwaltung von Dateien oder den Datenaustausch mit dem iPad zu verstehen.

Besonders zu Beginn stellte dies sicherlich eine Mehrbelastung für die Schülerinnen und den Schüler dar. Hinzu kamen technische Hürden, die (zu diesem Zeitpunkt veraltete) Schulserverumgebung arbeitete nicht reibungslos mit den iPads zusammen, so dass es immer wieder Probleme beim Datenaustausch, dem Zugriff auf das Internet oder das Apple TV gab. Das bedeutete für mich häufig, Unterricht doppelt vorzubereiten – digital und mit analoger Alternative. Der Einsatz hat sich gelohnt, trotz dieses enormen Mehraufwands, da wir alle viel dazu gelernt haben.

Gruppenportrait: BK-NK 2014-16, Gymnasium Neuenbürg

Danke an meinen ehemaligen Kurs an dieser Stelle: Jenny, Toni, Caro, Rahel, David und Melina, toll, dass ihr euch auf dieses „Experiment“ eingelassen habt! Schade, dass wir jetzt nicht einfach weiter machen können… 😉

Für den Oberstufenunterricht gibt es in Kunst keine Schulbücher, welche die Schwerpunktthemen inhaltlich und mit Bildmaterial abdecken. Komplett papierlos zu arbeiten (was ich ursprünglich durchaus im Sinn hatte) war wegen der technischen Probleme nicht möglich. Die Kopienflut konnte dennoch deutlich gemindert werden, da spezielle Apps, und natürlich das Internet, die Abbildungen in geeigneter Qualität anbieten und Bilduntersuchungen wesentlich leichter und mit vergrößerten Ausschnitten möglich sind, was mit Schwarzweißkopien in dieser Form nicht denkbar ist.

© Antonia Garbe, Selbstbildnis, 2015.

Auch die Fachpraxis war im Bereich Fotografie einfacher durchzuführen, da zusätzliche Apps es durchaus ermöglichen, qualitativ hochwertig zu arbeiten, so dass ich sogar im Abitur eine Fotografie-Aufgabe stellen konnte, um nur zwei wesentliche Vorteile der Tablets für den Kunstunterricht zu nennen.

 

Nach dem Abitur habe ich dem Kurs Fragen zum iPad-Einsatz mit dem Umfragetool Socrative gestellt:

Die Fragen 4 und 5 habe ich etwas unglücklich formuliert, weil nicht deutlich genug wurde, dass es die Trennung „für die Schule“ und „privat“ gibt. Zunächst war ich etwas enttäuscht, dass die Geräte anscheinend so wenig aus eigenem Antrieb zu Hause für die Schule genutzt wurden. Dieser Eindruck hat sich allerdings relativiert, als ich die iPads durchgesehen hatte, nachdem sie von dem Kurs zurückgegeben wurden (ich hatte die Schüler gebeten, nur ihre private Daten zu löschen). Es befanden sich darauf Arbeitsergebnisse aus Apps, für die wir in der Schule keine Zeit gefunden hatten, Kompositionsskizzen, Texte, die zum Lernen annotiert wurden, kategorisierte Bildersammlungen zum Lernen, annotierte Videos in iTunes U etc. Kurzum, allem Anschein nach haben die Schüler mitunter gar nicht registriert, dass sie die Geräte zu Hause auch ohne entsprechende Hausaufgaben durchaus zur Vorbereitung nutzten.

Die differenzierten Antworten des Kurses sprechen sicher für sich. Erläutern möchte ich noch den angesprochenen Nachteil des „Platzsparens“ – leider hatten unsere iPads nur einen Festplattenspeicher von 16 GB, die natürlich bei entsprechender Nutzung, z.B. durch unsere vielfältigen Videoproduktionen und Nutzung spezieller Kunstgeschichte-Apps, schnell an ihre Kapazitätsgrenze kamen, so dass Daten regelmäßig auf den eigenen Computer übertragen werden mussten.
Die Schülerinnen und der Schüler erwähnen in der Umfrage Photoshop, sie meinen damit die App Photoshop Touch, die mittlerweile (zu meinem großen Bedauern) nicht mehr im App Store zur Verfügung steht.

© David Rotzinger, o.T., 2014.

Mit dem Neigungskurs ab 2016/17 kann ich nicht in dieser Form (1:1) mit iPads arbeiten, da ich nicht genügend Geräte für die 17 SchülerInnen zur Verfügung haben werde. In der Fachschaft Bildende Kunst konnten wir allerdings (u.a. mit Hilfe des Freundeskreises unserer Schule) in den letzten vier Jahren 12 iPads anschaffen, ein solider Grundstock – in unserer Fachschaft nutzen wir die Geräte täglich in allen Klassenstufen .

 

 

 

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